Sand in Taufers: der Plan, eine CO2-neutrale Gemeinde zu werden

Besichtigungsobjekt enertour - Sand in Taufers liegt in Südtirol, im Herzen der italienischen Alpen. Die Gemeinde hat sich dem ehrgeizigen Ziel verschrieben, die CO2-Ausstöße seiner 5.100 Einwohner auf Null zu reduzieren.

Der Aktionsplan zum Erreichen dieses Ziels sieht verschiedene Maßnahmen vor, die auf eine ausgedehnte Nutzung der erneuerbaren Energien und auf effiziente Energienutzung der Gebäude abzielen.

Derzeit gibt es im Tauferer Gemeindegebiet Wasser- und Windkraftwerke, Photovoltaik- und Biogasanlagen. Zu den jüngst realisierten Anlagen zählt ein Wasserkraftwerk mit einer Nennleistung von 18 MW, das die Fallhöhe (400 m) eines nahe gelegenen Bergbaches nutzt und damit  jährlich 65 Millionen kWh Strom erzeug. Auch die Photovoltaikanlagen tragen einen immer wichtigeren Beitrag zur Reduzierung der CO2-Ausstöße bei: Derzeit produzieren die Photovoltaikanlagen etwa 500.000 kWh pro Jahr, dies soll aber durch das „20Dächer-Programm“ erhöht werden, das die Installation von Photovoltaikanlagen auf Privatgebäuden fördert. In einem Pilotprojekt wurden außerdem einige Straßenzüge im Gemeindegebiet mit Photovoltaiklampen ausgestattet. Eine weitere lokal vorhandene Quelle zur Energiegewinnung sind Abfälle aus Land- und Viehwirtschaft, die als Basismaterial der Biogasanlage „Biowatt“ dienen. „Biowatt“ gehört einer Genossenschaft, die aus Landwirten und Viehzüchtern besteht, und produziert jährlich 5 Millionen kWh Strom. In Sand in Taufers gibt es außerdem eine Windturbine, die auf 1700 Metern über dem Meeresspiegel liegt und eine Nennleistung von 300 kW besitzt.

Zur Wärmegewinnung befindet sich ein Biomasse-Fernheizwerks mit einer Leistung von 18-20 MW in Bau. Dieses Fernheizwerk wird mindestens zwei Drittel des Heizbedarfs der gesamten Gemeinde abdecken und wird hauptsächlich durch lokale Biomasse (Holz) gespeist. Außerdem wird es die thermische Energie nutzen, die von den Blockheizkraftwerken der Biogasanlage kommt, und mit einem ORC-Modul ausgestattet sein.

Weitere Initiativen der Gemeinde Sand in Taufers zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes werden bei der Energieeffizienz im Bausektor gesetzt: Neubauten müssen mindestens KlimaHaus B-Standard entsprechen. Zudem wurde das sogenannte „50Häuser-Programm“ entwickelt. Dieses sieht für die nächsten zwei Jahre Beratungen und energetische Sanierungsarbeiten für 50 Privathäuser vor. Im Bereich des Verkehrs sind die Einführung von Elektrofahrzeugen und der Bau einer Tankstelle mit den alternativen Treibstoffen Biogas, Biodiesel, Bioethanol und Wasserstoff geplant. Des Weiteren sind Maßnahmen im Bereich des Energie-Management geplant, wie etwa jene, wodurch im Laufe von zwei Jahren die Energiekosten in öffentlichen Strukturen um 15 Prozent gesenkt wurden, ohne eine einzige Investition getätigt zu haben. Um eine bewusste Energiekultur zu fördern, hat die Gemeinde kürzlich einen Bau eingeweiht, der ganz dem Thema Energie gewidmet ist: hier gibt es Büros, ein Entwicklungszentrum und didaktische Räume sowie einen Ausstellungsraum zur Veranstaltung von Sensibilisierungsmaßnahmen.

Für die Besichtigung: enertour@tis.bz.it

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