Energie sparen durch hydraulischen Abgleich von Heizanlagen

Um die Energieeffizienz bestehender Gebäudes zu verbessen, sollten gängige Praktiken – wie die Wärmedämmung der Gebäudehülle und den Austausch von Fenstern und Türen – mit Verbesserungen am Heizsystem kombiniert werden. Diese sind weniger offensichtlich, aber ebenso wichtig und wirksam. Dieses Thema behandelt die neue Enertour mit Augmented-Reality-Elementen an der Technologischen Fachoberschule Bruneck.

In zentralen Heizsystemen ist der hydraulische Abgleich eine unerlässliche Maßnahme, um den Energieverbrauch zu verringern: Indem man den Volumenstrom des Heizwassers für alle Heizkörper im Gebäude reguliert, lässt sich eine gleichmäßige Wärmeverteilung in den Heizkörpern erzielen. Wird kein hydraulischer Abgleich durchgeführt, treten Unregelmäßigkeiten im Kreislauf auf: Die am weitesten von der Heizzentrale entfernten Räume werden nicht ausreichend beheizt, während die Räume in Zentralennähe überheizt sind. Die üblichen Maßnahmen, um solche Fehler auszugleichen – etwa die Erhöhung der Vorlauftemperatur oder der Einbau größerer Pumpen – zeigen nur teils Wirkung, steigern unnötigerweise den Energie- und Stromverbrauch und verursachen unerwünschte Strömungsgeräusche in den Rohren, die störend für die Bewohner sind.

Der hydraulische Abgleich ist eine einfache Lösung, die keine baulichen Eingriffe erfordert, weil die Regulierung an den Thermostatventilen der Heizkörper vorgenommen wird. Dabei reguliert man den Volumenstrom des Heizwassers und die Vorlauf- und Rücklauftemperatur und vermeidet, dass die Heizzentrale ständig unnötig ein- und ausschaltet. Der Abgleich ist schnell und kostengünstig durchführbar und rechnet sich innerhalb weniger Heizsaisonen, denn er ermöglicht eine Energie- und somit eine Kosteneinsparung von bis zu 25 Prozent. Zudem verbessert sich das Wohnklima deutlich, da sich in den verschiedenen Räumen die Temperatur erzielen lässt, die von den Bewohnern effektiv gewünscht wird.

Eine beispielhafte Umsetzung in diesem Sinne ist der Abgleich, den das Unternehmen Peintner in der Technologischen Fachoberschule Bruneck ausgeführt hat. Der Gebäudekomplex aus dem Jahr 2000 mit KlimaHaus-Klasse B wird vom Fernheizwerk der Gemeinde gespeist. An jedem der 242 Heizkörper hat das Unternehmen am Thermostatventil eine Sonde zur Kontrolle der Vorlauftemperatur, eine zur Kontrolle der Rücklauftemperatur und einen per Software ferngesteuerten Servomotor angebracht. So konnten die Techniker die Anlage automatisch regeln, den Aufwand auf ein Minimum reduzieren und die Mitteltemperatur aller Heizkörper abgleichen. Das Anwenden dieser Methode in einem bereits energieeffizienten Gebäude führte zu einer zusätzlichen Energieeinsparung: Die installierte Leistung der Wärmeübergabestationen konnte halbiert und der Stromverbrauch der Pumpen um 77 Prozent reduziert werden (15.200 kWh pro Jahr weniger). Und dank eines Geräts auf den Ventilen, das die Kalibrierung konstant hält, ist die Regulierung dauerhaft.

Am 26.01.2017 kann die Technologische Fachoberschule in einer von KlimaHaus organisierten Tour besichtigt werden. Die Führung durch Lothar Huber vom Unternehmen Peintner, der die Maßnahme geplant hat, richtet sich an Techniker und Installateure, aber auch an Architekten und Planer. Sie findet mit Augmented-Reality-Elementen statt: Auf den bereitgestellten Tablets können Teilnehmer die Thermografien der Heizkörper vor und nach dem Eingriff, die Unterschiede in Verbrauch und Leistung sowie die 3-D-Struktur und die Funktionsweise der Ventile abrufen.

Programm enertour nr. 7 - Klimahouse 2018

Anmeldung auf: www.klimahouse.it


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