Waaghaus in Bozen: Alter vs Innovation?

Neues enertour-Besichtigungsobjekt – Kann ein mittelalterliches Gebäude zu einem Ort werden, an dem neue Loesungen der energetischen Sanierung getestet werden? Die Ergebnisse der Beobachtung des Waaghauses, eines romanischen Gebäudes im Herzen von Bozen, helfen uns dabei, das energetische Verhalten eines alten Gebäudes zu verstehen.

Das europäische Projekt 3ENCULT zielt darauf ab, geeignete Lösungen für die Verbesserung der Energieeffizienz historischer Gebäude in städtischen Gegenden zu finden. Im Rahmen dieses Projekts beobachten Forscher der EURAC (Europäische Akademie Bozen) das energetische Verhalten und das Leistungsprofil einiger Sanierungseingriffe, die am historischen „Waaghaus“ in Bozen vorgenommen wurden. Es ist das Hauptprojekt unter den acht Fallstudien, die 3ENCULT in ganz Europa durchführt. In Italien einzigartig.

Das Waaghaus ist Teil einer romanischen Anlage aus dem 18. Jahrhundert. Das Gebäude ist eines der ältesten und bedeutendsten Bauwerke der Altstadt – ähnlich wie die Häuser der Laubengasse, die den Kern der Stadt darstellen. Die traditionelle Bauweise zählte das Erdgeschoss, drei bewohnte Stockwerke, einen unbewohnten Dachboden und eine Keller, in dem Lebensmittel aufbewahrt wurden.

Das Mauerwerk ist aus Naturstein und Mörtel. Die Mauern, die zwischen 60 und 80 cm tief sind, sind vollständig verputzt – sowohl von innen als auch von außen. Die Dachböden und das Dach sind aus Holz. Die Fassaden werden bestimmt von dem Fresko, das die Wand mit Blick auf den Kornplatz und den kleinen Durchgang zu den Lauben schmückt. Die ursprünglichen Fenster wurden in den 50er- und 60er-Jahren durch Doppelfenster ersetzt und von außen Fensterlaeden aus Holz angebracht. Das Gebäude ist seit Jahren in einem sehr schlechten Zustand.

Nach einer Reihe zerstörungsfreier Prüfungen (Thermografie, Blower-Door-Test, Wärmestrommessung, Lichtanalyse, Tracergasmessung), die der Feststellung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes dienten, haben die Experten der EURAC einen „Versuchsraum“ eingerichtet. Dort wurden neue Fenster und Türen und ein interner Dämmstoff eingebaut, deren Leistungsprofil laufend überwacht wird.

Im Rahmen der Führung, die unter der Leitung der EURAC-Forscher stattfindet, können die Besucher außerdem selbst Tests durchführen (Thermografie, Lichtanalyse).

Ab Oktober wird das Waaghaus zu einem neuen enertour-Besichtigungsobjekt: alle Interessierten können in Gruppen von bis zu maximal 35 Personen eine Besichtigungsanfrage stellen und einen Termin vereinbaren (enertour@tis.bz.it). Eine weitere Gelegenheit, das Gebäude zu besichtigen, gibt es im Januar während der Messe Klimahouse 2015.

Kontakt: enertour@tis.bz.it; 0471 068047

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