Zukunftsfähiges Wohnen: das Mehrfamilienhaus Aurum in Auer

Mit gezielt eingesetzten Dämmmaterialien lassen sich Energieeffizienz, hoher Wohnkomfort und finanzielle Einsparungen verbinden – das zeigt ein Mehrfamilienhaus, das dank sorgfältiger Planung und Einsatz eines innovativen Naturmaterials als KlimaHaus A Nature zertifiziert ist.

Auer ist ein Dorf mit alten Traditionen, das seinen Charme als bäuerliches Zentrum erhalten hat. Typisch sind die Mauern, die die Grundstücke zur Straße hin abgrenzen; das neue Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen auf vier Ebenen (plus ein Kellergeschoss für die Garage) zitiert diese Tradition durch sein Erdgeschoss, das sich in Farbe und Struktur von den anderen Stockwerken abhebt.

 

Das geförderte Wohnprojekt des Studios Solarraum aus Bozen entsteht in der neuen Wohnbauzone Palain, deren Durchführungsplan heutige Bedürfnisse und lokale Architekturtraditionen zu vereinen sucht. Diese Leitlinien bestimmen die stark gegliederte Form des neuen Gebäudes, das sich aus vier unterschiedlich hohen Baukörpern zusammensetzt. Die tragende Struktur der insgesamt 1.310 m2 Netto-Wohnfläche besteht aus Stahlbeton, die Außenwände wurden in Ziegelmauerwerk, die Zwischenmauern als Trockenausbau erstellt. Im Entwurf achteten die Planer darauf, den Bewohnern möglichst viel Individualität und Flexibilität in den Grundrissen der einzelnen Wohnungen zu ermöglichen. Dies spiegelt sich auch in der Fassade wider, die dennoch durch einheitliche Fensterformen einen harmonischen Rahmen erhält.

 

Energieeffizienz, hohe Wohnqualität, reduzierte Umweltbelastung und besonders günstige Baukosten (nur 1.327 Euro pro m2) zeichnen das Bauvorhaben aus, das mit einem Heizwärmebedarf von 14 kWh/m2a den KlimaHaus-Standard A Nature erreicht. Die Außenwände sind mit einer 20 Zentimeter dicken Dämmung aus Hanf ummantelt, das Dach wurde mit Zellulose und Mineralwolle gedämmt, die Decke des Kellergeschosses mit XPS-Hartschaumplatten. Den verbleibenden Energiebedarf decken eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonde ­– sie speist Fußbodenheizung und Warmwasseranlage – sowie eine Fotovoltaikanlage, die für den Strombedarf der gemeinschaftlichen Anlagen wie eben der Wärmepumpe ausreicht.

 

Der höchstmögliche Wohnkomfort lag den Planern besonders am Herzen. Um diesen Komfort sicherzustellen, verglichen sie systematisch eine Reihe von Materialien und baulichen Lösungen und stellten in der Planungs- wie auch in der Bauphase sorgfältige Kontrollen an. Beispielsweise erreichte man durch eine genaue Überprüfung des Wand- und Deckenaufbaus und eine strenge Auswahl der verwendeten Produkte eine sehr gute Geräuschdämmung, vor allem zwischen den Wohneinheiten. Die exzellente Qualität der Innenluft ist dem Pollenfilter der mechanischen Lüftungsanlage zu verdanken. Zudem ist Hanf, der als Naturprodukt nach der Verwendung im Bau noch für andere Zwecke recycelt werden kann, nicht nur ein erstklassiges Isoliermaterial, sondern dämmt auch Geräusche und reguliert zudem die Luftfeuchtigkeit. Dank dieser innovativen Wahl zählt das Haus Aurum – das erste in der gesamten Region, bei dem Hanf in diesem Umfang für die Wärmedämmung zum Einsatz kam – zu den Gewinnern des Euregio-Umweltpreises 2016.

 

 

Gesamtplanung: Solarraum, Bozen

Haustechnik: Heinrich Kousminscky (Solarraum, Bozen)

Auftraggeber: Wohnbaugenossenschaft Aurum – Arche KVW

Generalunternehmer: Plattner, Leifers

Mechanische Lüftungsanlage: Ruedl, Kaltern

Heizungs- und Sanitäranlagen: Roner, Auer

Elektroanlage: Elektro W & W, Tramin

Baujahr: 2016

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Special Projects

Enertour 4 Students Enertour 4 Schools

Projektträger

IDM Suedtirol Fondazione Cassa di Risparmio Provincia Autonoma di Bolzano

Partner

KlimaHaus - CasaClima SüdTirol